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360° BBQ GmbH, Frankfurt

Erfolgreiches Start-up: Wie Nicole und Jens Kurzweil das Grillen für sich entdeckt haben – und daraus ein Geschäft machen


Aus dem Geschäftsbericht 2018 der MBGH


Es ist schon eine Wissenschaft für sich mit dem Grillen. Welches Gerät? Gas, Elektro oder klassische Holzkohle? Kugel oder Smoker? Oder gleich eine ganze Outdoor-Küche? Und dann das Fleisch. Die Sauce. Das Grillbesteck. »Grillen hat auch was Philosophisches«, sagt Jens Kurzweil. Und er muss es wissen: Seit 2013 betreibt er in Frankfurt einen riesigen Grillshop. Vom Grillhandschuh über die Burgerpresse bis hin zu Messer und Spezialthermometer bekommt der Grillfan hier alles, was sein Herz höher schlagen lässt – ein wahres Paradies für jeden, für den Grillen mehr ist als das Durchbraten von Fleisch.


Dass Jens Kurzweil einmal in dieser Profession landen würde, war allerdings nicht zu erwarten gewesen. Jahrzehntelang hatte der heute 49-Jährige mit Steuern und Finanzen zu tun, war fest angestellt in großen Unternehmen, sicherer Job, gutes Geld. Grillen? Gerne mal am Wochenende, mit Familie und Freunden im Garten. Irgendwann traf er dann auf einen Persönlichkeitstrainer, erzählte ihm von sich und seinem Job. Die Reaktion: erstaunt. »Er hat mir gesagt, dass das ja gar nicht zu mir passt – er hätte eher etwas Unternehmerisches bei mir vermutet. Ich war zwar nicht wirklich unzufrieden gewesen, aber das hat mir schon zu denken gegeben.« Und zwar so sehr, dass neue Ideen zu reifen begannen.

Ein eigenes Unternehmen? Selbstständigkeit? Die Idee gefiel Jens Kurzweil. Zuerst dachte er an irgendwas mit Autos. Dann an irgendwas mit Genuss – und dort blieb er hängen. Recherchierte und stellte fest, dass es in Deutschland zwar den einen oder anderen Grillshop gab, aber alle weit entfernt von Frankfurt und Rhein-Main. »Schnell war klar: Das will ich machen. Und zwar gleich richtig, mit einem umfassenden Service auf großer Verkaufsfläche.« Die hat er gefunden: 1.600 Quadratmeter im Frankfurter Nordosten, 1.000 davon als Ver-kaufsraum. Und seine Idee vom Rundum-Angebot hat er gleich im Namen verewigt: 360° BBQ.

Der erste Schritt in die Selbstständigkeit war eine Woche Urlaub – genauer genommen: eine Tour gemeinsam mit seiner Frau durch das ganze Land, um einen Grillhersteller nach dem anderen zu besuchen. »Alle waren begeistert von unserer Idee, haben ihre Unterstützung zugesagt – wir brauchten ja Zulieferer für unser Geschäft.« Gut gerüstet, kündigte Jens Kurzweil seinen festen Job. »Als ich meinen Chef anrief und ihm sagte, was ich machen werde, war erst kurz Stille. Dann hat er mir alles Gute gewünscht.« Und die nächste Weihnachtsfeier gleich in den Grillshop von Kurzweil verlegt, genauer: In die damals nagelneue Almhütte.

Die ist längst ein Herzstück im Inneren des BBQ-Ladens: Auf rund 140 Quadratmeter Fläche haben bis zu 80 Menschen Platz, hier kann gefeiert werden – vor allem aber finden in dem stilvollen Holzbau die vielen Seminare statt, die Kurzweil mit seinem Team mittlerweile anbietet. Neben Grillkur-sen »basic« und »advanced« kann man einen Holzkohle-Kurs buchen, einen »Grillkurs mit Gin-Tasting«, »hessisch grillen«, Fingerfood und Winter-grillen. Natürlich gibt es auch Angebote für Vegetarier und Veganer, »die sind immer ganz erstaunt, dass wir mehr für sie haben als gegrillte Maiskolben.« Insgesamt laufen die Kurse bestens, 2018 hatten die BBQ-Spezialisten rund 5.000 Teilnehmer, und das ohne die Firmenevents.

»Ich habe es noch keine Sekunde bereut, dass ich meinen Job gekündigt und mich selbstständig gemacht habe«, resümiert Jens Kurzweil heute. Zwischendurch gab es Zeiten, in denen es schwie-riger wurde mit der Liquidität – weil es so gut lief, musste Kurzweil große Mengen neuer Waren kaufen und vorfinanzieren. Dafür ist die MBG H als stiller Investor eingestiegen. Das gibt dem Grillprofi die Möglichkeit, das laufende Geschäft vorzufinanzieren, ohne in seiner unternehmerischen Freiheit eingeschränkt zu werden.

Natürlich, Freizeit habe er nicht allzu viel, gibt Jens Kurzweil zu. Aber seine Familie sieht er trotzdem oft, sehr oft sogar: Seine Frau ist mittlerweile auch aus ihrer festen Stelle aus- und ins Grillgeschäft eingestiegen. Und sein Sohn, 20 Jahre alt, macht eine Ausbildung bei 360° BBQ. So können die Kurzweils auch beim Abendessen über Grillbesteck und Burgerpressen philosophieren. Oder bei einem saftigen Steak in der Almhütte mitten in Frankfurt.


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